Oberhausener Preis, 14.3.2006, Rede zur Preisverleihung
Sehr verehrte Damen und Herren!
Der Preis beinhaltet zwei Zu-Mut-ungen
Für uns als Tanzania-Network ist dieser Preis ein Ansporn, der Lobby- und Advocacy-Arbeit weiterhin großes Gewicht beizumessen. D.h. für uns, dass wir
- für die Rechte anderer, konkret für die Menschen in Tanzania, eintreten und deren Interessen wahrnehmen - wo sie es selbst nicht können.
Dieses zu tun ist auch in unserem Milieu nicht selbstverständlich. Partnerschaften, die überwiegend unsere Mitglieder sind, tendieren dazu, vorerst ihre Projekte im Blick zu haben, alles andere kommt danach. Der Preis ermutigt uns, diesen Bereich mit Nachdruck zu vertreten;
- die Fragen der Ungerechtigkeit, insbesondere der wirtschaftlichen, publik machen und in Kooperation mit anderen, Kräfte mobilisieren, gerechtere Strukturen der Weltwirtschaft und des Welthandels zu erreichen;
- dazu gehört auch,. dass wir als Deutsche uns immer wieder selbst kritisch fragen, welche Rolle haben wir in der Kolonialzeit gespielt und welche spieln wir heute in den genannten Bereichen.
Ich möchte darüber aber nun nicht vergessen, dass wir neben der Ehre auch die monetäre Seite dieses Preises hoch anerkennen. Von solchen und vielen noch kleineren oder auch größeren Beträgen sind wir abhängig, um unsere Arbeit fortführen zu können
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Wir wissen es sehr wohl zu würdigen, wenn ein Kirchenkreis in diesen Zeiten, wo überall gekürzt wird, solch ein Zeichen setzt und aufrecht erhält. Ich bin der festen Überzeugung, dass wenn wir mehr solche Zeichen der Ermutigung in unseren Kirchen hätten, wir weniger sparen müssten.
Die zweite Zu-Mut-ung betrifft Sie jetzt. Und zwar, weil ich Sie einlade, sicherlich tiefer, als es mit der Preis - Entscheidung verbunden war, in die Abgründe der deutschen Kolonialpolitik einzusteigen. Ich tue das unter der Prämisse der christlichen Tugenden , Schuld nicht zu verdrängen, sondern zu benennen, Vergebung zu erbitten, Wiedergutmachung zu leisten wo es möglich ist und erneuten Versuchungen zu wiederstehen.
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