“Einführung in die geschichtlichen Hintergründe zum Maji-Maji-Krieg. Vom Vorkolonialismus hin zum Ausbruch des Krieges“
von Dr. Isack Majura
Vortrag auf der DETAF-Jahresversammlung in Königswinter 02.04.2005
Vor 100 Jahren gab es in Tansania den Maji-Maji-Aufstand gegen die damalige deutsche Kolonialtruppe. Die durch die Kolonialverwaltung mit Härte durchgesetzte Einführung eines Steuersystems, Arbeitsverpflichtung auf Plantagen und andere Maßnahmen erfuhr die einheimische Bevölkerung als bedrückende Fremdherrschaft.
Es war eine wirklich Volkserhebung gegen das verhasste Joch des Kolonialismus; ein Aufstand, der 1905 ausbrach und sich über mehr als die Hälfte der Kolonie ausbreitete. Erst nach zwei Jahre währenden kriegerischen Auseinandersetzungen wurde er blutig niedergeschlagen. Die Gesamtzahl der Gefallenen ist unbekannt, aber sorgfältige Schätzungen rechnen mit ca. 250.000 bis 300.000 Opfern. Das ist rund ein Drittel der damaligen Bevölkerung in den Aufstandsgebieten.
Die Deutschen sahen den Aufstand jedoch aus einer völlig anderen Perspektive. Für sie waren die „Rebellen“ „bewaffnete Banden“, ihre Anführer „blutrünstige Rädelsführer“; der Aufstand wurde nicht als berechtigter nationaler Widerstand gegen eine ungerechtfertigte Okkupation gesehen, sondern als „kriminelle Tat“.
Bevölkerung
- Die frühesten Bewohner des heutigen Tansanias waren Khoisan sprechende Gruppen von Jägern und Sammlern - die in der Region Dodoma lebenden Sandawe werden als ihre Nachfahren angesehen.
- Ca. 1000 Jahre vor der Zeitenwende begann die Einwanderung kuschitisch (afroasiatische Sprachgruppe) sprechender Bevölkerungsgruppen aus dem Norden - sie waren als Hirten und Ackerbauern die ersten Produzenten von Nahrungsmitteln. (Iraqw).
- Seit der Zeitenwende kommt es zur Immigration nilotisch-sprachiger (Nilosaharisch) Gruppen (als Viehzüchter aus dem Norden) und bantusprachiger Gruppen (als Ackerbauern aus dem Süden und Westen). Sie brachten die Techniken der Eisenverarbeitung und Töpferei mit.
- Die Küste wurde seit 2000 Jahren durch den Kontakt mit arabischen, indischen und persischen Seefahrern beeinflusst - commercial intermediary zwischen dem Hinterland und den überseeischen Händlern - die Swahili-Kultur entstand. Diese Entwicklung wurde mit dem Einfall portugiesischer Piraterie im 16. Jahrhundert unterbrochen - bis die Omani-Araber die Portugiesen im 18. Jahrhundert vertreiben konnten.
Das tansanische Binnenland blieb bis zum 19. Jahrhundert relativ isoliert vom Geschehen an der Küste. Dies änderte sich mit dem Aufstieg Sansibars - mit der Einführung des Gewürznelken auf der Insel 1818 sowie der arbeitsintensiven Plantagenwirtschaft.
- Als Arbeitskräfte wurden
Sklaven benötigt.
- Außerdem wuchs die Nachfrage nach
Elfenbein.
- Der Herrscher von Oman, Sayyid Siad, verlegte 1840 seine Residenz von Maskat nach Sansibar.
Said förderte die Ansiedlung indischer Kaufleute, die Karawanen ausstatteten, welche weit ins Innere des Kontinents vordrangen:
„When one pipes in Zansibar, they dance on the lakes“ - drückt die weit ins afrikanische Festland hinein reichende Dominanz von Zanzibar aus. Mit der Ausweitung des Karawanensystems Richtung Tanganyika-See und Victoria-See wurde das Festland Tansanias in das „international economic system“ eingebunden. Viele Tausend Träger wurden benötigt, eine neue Einkommensquelle entstand.
Zur Versorgung des Karawanen musste die Landwirtschaft intensiviert werden. Sansibar importierte immer mehr Lebensmittel (Reis, Maniok, Hirse) zur Versorgung der Plantagenarbeiter. Das Rufiji-Delta wurde wegen der vielen Reis-Kulturen „little Calcutta“ genannt.
Sklavenhandel
Die Franzosen brauchten auch Arbeitskräfte für ihre Gewürzinseln im indischen Ozean. Angehörige der Makua; Makonde, Ndonde und Ngindo wurden versklavt. Ca. 20.000 Sklaven wurden jährlich nach Zanzibar exportiert.
Vom Überseehandel profitierten z.B. die Makonde, sie boten Gummi gegen Stoffe. In Kilwa wurde Gummi zum Hauptexportgut. Auch Zucker wurden auf Plantagen angebaut.
Um 1800 betrieben die Nyamwezi mit der Küste Salz-, Kupfer- und Eisenhandel. Unter Mirambo („der schwarze Napoleon“) etablierten sie ein größeres Reich in Zentraltansania und profitierten vom Karawanenhandel.
1873 - Abkommen: Sultan Bargash stimmte dem Verbot des Sklavenhandels zu.
Die europäische Wirtschaft profitierte immens. Sie deckte ihren wachsenden Bedarf an Rohstoffen wie Kautschuk und Elfenbein sowie erschloss Absatzmärkte für Baumwollstoffe.
Im 19. Jahrhundert erlebte Tansania „a transformation more intense than any other region of tropical Africa at that time“ (Iliffe 1979).
- Rückgang der Elefantenpopulationen
- Verstärkte Nachfrage nach Sklaven
Größere militärische Gesellschaften konnten durch Überfälle auf ihre Nachbarn ihren Handel ausweiten.
Waffenhandel - Zansibar exportierte in den 1840ern ca. 5.000 Gewehre auf das Festland -in den 1880ern ca. 100.000.
„The Hehe“
Munykjumba - 1882 schlossen die Ngoni mit ihm Frieden.
Mkwawa „madness of the year“
Die deutsche Kolonialgesellschaft in Tansania
- In den 1870ern kam in Deutschland eine Kolonialbewegung auf in deren Zuge Carl Peters am 23.03.1884 die „Gesellschaft für deutsche Kolonisation“ gründete. Er reiste im November und Dezember 1884 zusammen mit Graf Pfeil, Jühlke u. Otto in geheimer Mission nach Usagara im Hinterland von Zansibar. Dort schloss er „Protektionsverträge“ mit lokalen Herrschern ab, die mehr ergaunert, als ausgehandelt wurden. In Tansania wird Peters wegen seiner Grausamkeit „mkono wa damu“ (Bluthand) genannt. Durch rasch geschlossene Verträge zwischen Sadani und Dar es Salaam, gelang es ihm ein Gebiet von 140.000 qkm formell zu erwerben (in nur 4 Wochen).
- Am 5. Februar 1885 war Peters wieder in Berlin - die Gesellschaft für deutsche Kolonisation trat am selben Tag zusammen und beschloss die Verträge der Regierung vorzulegen und den Schutz des Reiches zu beantragen.
- Am 26. Februar 1885 - Berliner Kongo-Konferenz, in der sich die europäischen Kolonialmächte einigten, auf welche Art und Weise Ansprüche in Afrika geltend gemacht werden konnten.
- Am 27. Februar 1885 - aus Gesellschaft für deutsche Kolonisation und Deutschem Kolonialverein entsteht die „Deutsche Ostafrikanische Gesellschaft“.
- Am 07. September 1885 wurde sie in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.
Am 25. April 1885 wurde Sultan Said Bargash von Zanzibar der Schutzbrief amtlich übergeben. Zwei Tage später (27.04.1885) schickte er eine Protestnote nach Berlin, unterstützt durch Beschwerden an die Regierungen von Großbritannien, Frankreich und die USA, die durch einen Vertrag bereits am 10.03.1862 die Unabhängigkeit Zanzibars gewährleistet hatten.
Bismarck wies die Protestnote zurück, Zanzibar habe nie in seiner Geschichte Einfluss in jenen Gebieten ausgeübt, die es nun für sich in Anspruch nehme. Zur gleichen Zeit wurde ein deutsches Flottengeschwader im Süden des Indischen Ozeans zusammengezogen, das am 07.08.1885 vor Zanzibar vor Anker ging. Unter dem Druck dieser gewaltigen Armada zog Sultan Said Bargash seine Truppen von der Küste zurück und unterzeichnete am 14.08.1885 eine Erklärung, in der er die deutsche Schutzherrschaft über die Küstengebiete anerkannte.
Die Kolonisation war stets mit Gewalt und weniger mit diplomatischen Mitteln durchgeführt worden.
Finanzielle Verluste führten zur Absetzung Peters,
Nachfolger Peters - Vohsen schloss am 28.041888 einen Küstenzollvertrag mit Sultan Said Khalifa.
Im Februar 1891 wurde Julius von Soden zum ersten Gouverneur „Deutsch-Ostafrikas“ ernannt. Im Oktober 1896 tauschten England und Deutschland eine Note aus, in der bis auf die Westgrenze das Territorium „Deutsch-Ostafrika“ festgelegt wurde.
Im Helgoland-Sansibar-Vertrag vom 01.07.1890 verzichtete Deutschland auf Ansprüche auf Uganda und Somaliland und anerkannte den englischen Einfluss auf Sansibar. Die Engländer bestätigten die Grenze zum Kongo, überließen den Deutschen die Insel Helgoland und den Caprivi-Zipfel in Südwestafrika. Der ursprünglich vom sansibarischen Sultan gepachtete Küstenstreifen wurde der DOAG gegen Zahlung von 4 Mio. Mark vollkommen überlassen.
Die koloniale Administration
Die Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ wurde in 24 Bezirke aufgeteilt und nach vier unterschiedlichen Systemen verwaltet:
- Die Küstenstädte unterstanden direkt deutschen Behörden.
- Im übrigen Küstengebiet und Teilen des Hinterlandes, wie dem Ausbruchgebiet des Maji-Maji-Krieges, wurde das Akiden-Jumben-System angewandt.
- Die unterste Ebene bildeten die Häuptlingsschaften, denen Jumben vorstanden.
- Der Rest der Kolonie wurde nach dem „völkerschaftlichen Häuptlingssystem“ unter weißer Oberleitung verwaltet.
Akiden waren meistens Araber, Swahili oder ehemalige Askari - afrikanische Angehörige der Kolonialarmee(ca. 60.000 Menschen zu verwalten). Als Fremde hatten sie keinen Einblick in die örtlichen Verhältnisse.
„Their stubborn nature, their arrogance and their love of extortion worsened the situation” (Gwassa 1973).
“Arabs had made themselves kings in this land - and yet we continue to dig and clear his roads, carry his loads, grow his cotton and carry his cotton bales to l´Kilwa. And always he went along lashing at us with his kiboko [eine Peitsche aus Nilpferdhaut]. Yet he was not one of us” (Mzee Ngapata Mkupali in Gwassa 1973).
Jeder Akida hatte einige Askari - sie lebten ihre Allmacht ebenfalls skrupellos aus.
“The Askari were a calamity. You carried a heavy load. He didn't access it until you died. Then when the askari was within distance he send a bullet to the nearest Jumbe. On receiving that bullet the Jumbe had the fetch a very beautiful woman and slaughter a chicken or goat for him. A small mistake would be punishable with 25 strokes” (Gwassa 1973).
Ein Askari verlangte 4 Betten: 1. für seine Uniform, 2. sein Gewehr, 3. seine Stiefel, 4. für sich selber. Es gab Folterungen und Diebstahl.
„Their rule was openly based on force.”
Ordnungsmacht:
- - Ombasela (gefreiter )
- - Schausch (Unteroffizier)
- - Betschauch (Sergeant)
- - Sol (Feldwebel)
- - Effendi (Offizier)
Kompanie- und Zugführer waren Deutsche.
Mitglieder der Schutztruppe waren Söldner, die nicht aus der Kolonie, sondern aus Südafrika, Mosambik, dem Sudan, dem Kongo oder aus Eritrea. (Nyamwezi)
Im Januar 1905 bestand die Militärmacht aus 1.701 afrikanischen Soldaten und 659 afrikanischen Polizisten.
Besatzung des Kriegsschiffes „S.M.S. Bussard.
Das Koloniale Wirtschaftssystem
Für die Kolonialmacht sollte sich die Kolonie rentieren, indem sie Rohstoffe für die eigenen Markt zur Verfügung stellte. Die Kolonie sollte möglichst kostengünstig funktionieren. Zur wirtschaftlichen Ausbeutung wurden Plantagen gegründet (Sisal, Kautschuk, Kaffee, Baumwolle).
Als Folge der ökologisch nicht angepassten Wirtschaftsweise breitete sich die Tse-Tse-Fliege aus. Zusammen mit der Rinderpest von 1889 führte dies zur nahezu vollständigen Vernichtung des einheimischen Viehbestandes.
Das Aufkommen von Hakenwürmern aus Lateinamerika und Heuschreckenplagen sind Teil einer „ecological crisis“.
Es wurden Steuern erhoben, um Geld für die Verwaltung der Kolonie zu erhalten. Die Tansanier wurden zur Lohnarbeit gezwungen, um das Geld für diese Steuern zu verdienen.
Der Steuerdruck wurde als sehr hart empfunden:
„Der Karani (Steuereintreiber) ist schlimmer als ein Löwe. Der Löwe holt mir ein Huhn, lässt mir aber den Ugali (Brei); der Karani holt auch noch den Ugali dazu, so dass ich nichts mehr zum Leben habe“ (Wehrmeister 1906: 137).
„Sobald ein Pangwa den [Steuer-] Forderungen der Askari nicht sofort nachkam, wurde er mit Fußtritten und kiboko misshandelt. Mehrer Leute sollen an den Folgen gestorben sein. Auf einem lutanana [eine Wohneinheit] wurden zehn Frauen als Geiseln genommen und von den Askari geschändet, weil der Mkoyo [Klanführer] die Steuern noch nicht bezahlt hatte. Männer wurden in die Sklavengabel geworfen und auch nachts nicht befreit. Zwei fliehende Männer wurden erschossen. Aus Furcht vor den grausamen Askari verstecken sich die Leute heute wieder wie früher vor den Ngoni-Räubern.“ (Klamroth).
Aus Steuerstatistiken geht hervor, dass die Bezirke in dem Maji-Maji-Kriegsgebiet zu denen gehörten, die den größten Steueranteil pro Kopf der Bevölkerung erbrachten. Die Steuerforderungen der Kolonialverwaltung kamen nach Matumbi-Auffassung einer Versklavung gleich.
„When that European arrived he asked, ‚Why did you not answer the call by the drum to pay tax?' And they said, `We do not owe you anything. We have no debt to you. If you as a stranger want to stay in that country, then you have to ask us. Then we will ask of you an offering to propitiate the gods. You will offer something and we will propitiate the gods on your behalf; we will give you land and you will get a place to stay in. But it is not for us as hosts to give you the offering. That is quite impossible.” (Mzee Ambrose Ngombale Mwiru nach Gwassa).
Auf die erzwungene Lohnarbeit waren gerade die europäischen Plantagenbesitzer angewiesen, da freiwillig niemand für sie arbeiten wollte. Zwangsarbeit wurde auch für Trägerdienste, Wege-, Brückenbau- und Eisenbahnbau genutzt.
„The suffering which the Matumbi underwent digging this road has never been forgotten and it was along this that initial clashes of war took place“ (Gwassa 1973).
Im Januar 1898 wurden Hüttensteuern eingeführt (betrug zwischen 3 und 12 Rupien im Jahr). Zunächst wurden Getreide, Erdnüsse, Kokosnüsse und Sesam oder Arbeitsleistung zugelassen. Seit 1900 war die Hüttensteuer ausschließlich in Bargeld zu bezahlen. Da viele Tansanier de Steuern nicht zahlten, wurden sie geschlagen und ins Gefängnis geworfen.
„A cruel and brutal approach was employed. A man who failed to pay tax would be put into goal and constantly caned until one of his relatives volunteered to pay tax on his behalf” (Bi Susana Mbeya).
Im März 1905 wurde die Hüttensteuer durch eine Kopfsteuer ersetzt. Jeder Arbeitsfähige Mann hatte 3 Rupien zu zahlen.
Im April 1905 wurden alle arbeitsfähigen Männer per „Verordnung“ zur unentgeltlichen Reinigung, Instandsetzung und zum Bau von Wegen verpflichtet.
Die Arbeitsbedingungen auf den Plantagen waren hart:
- Willkür der Vorarbeiter
- Schlechte Unterkunft.
- Überarbeitung
- Seuchen
- Hunger
- Prügelstrafe wurde von den Deutschen als „väterliches Züchtigungsrecht“ angesehen.
- Von den Plantagen heimkehrende Wanderarbeiter verbreiteten Krankheiten im ganzen Land.
Wegen der unzumutbaren Zustände kam es zu Arbeitsniederlegungen (in Rufiji verließen 220 Arbeiter geschlossen die Plantagen).
„During the cultivation there was much suffering. We, the labour conscripts, stayed in the front line cultivating. Then behind us an overseer whose work it was to whip us. Behind the overseer there was a jumbe, and every Jumbe stood behind his fifty men. Behind the line of jumbes stood Bwana Kinoo himself. Then, behold death there! Selemani the overseer had a whip, and he was extremely cruel. His work was to whip the conscripts if they rose up or tried to rest, or if they left a trail of their footprints behind them... And on the other side Bwana Kinoo had a bamboo stick. If the men of a certain Jumbe left their footprints behind them, the Jumbe would be boxed on the ears and Kinoo would beat him with the bamboo stick using both hands, while at the same time Selemani lashed out at us labourers.” (in Gwassa 1973)
Die Arbeiter mussten auch während der Regenzeit oft im Freien schlafen. Das System der Gemeinschaftsarbeit auf den eigenen Feldern geriet jedoch aus Arbeitskräftemangel durcheinander.
Die wichtigsten Außenhandelsgüter in der ersten Hälfte der deutschen Kolonialzeit bis 1902 waren Elfenbein und Kautschuk. (Wachs, Baumwolle)
1902 wurde das Kolonialshamben-System eingeführt. Die Dorfbewohner sollten auf Feldern unter Verantwortung der Jumbe Baumwolle anbauen. Jedes Dorf hatte ein Feld anzulegen, auf dem jeder nicht bei einem Europäer arbeitende Mann 24 Tage im Jahr zu arbeiten hatte.
„Your back and buttocks were whipped, and there was no rising up once you stopped to dig... The work was astonishingly hard and full of grave suffering but its wages were the whip on one's back and buttocks. And yet still he [the German] still wanted us to pay tax. Were we not human beings?” (Mzee Ndundule Mangaya in Gwassa)
Früher antikolonialer Widerstand im Südlichen Tansania
- Giesicke - der Elfenbeinhändler wurde 1886 in Tabora ermordet.
- 1887 wurden in Uzaramo 2 Handelsstationen angegriffen.
Der Bushiri-Aufstand
- Carl Peters war 1887 nach Berlin zurückbeordert worden. An seine Stelle trat Konsul Vohsen. Eine Neuregelung des Zollwesens wurde eingeführt. Die Hauptzollstationen waren Tanga, Pangani, Bagamoyo, Kilwa Kivinje, Lindi und Mikinda
Sultan Sid Khalifa
- Die Küstenbewohner, insbesondere die Araber, sahen in dieser Neuordnung den Beginn einer völligen Unterwerfung unter die deutsche Herrschaft. Ihre Geschäfte würden geschädigt werden (Sklavenhandel, Elfenbein, Kautschuk).
- Die Häuptlinge in den Küstenstädten waren in Sorge, dass die Einnahmen aus den von den Karawanen erhobenen Tributen unter dem Einfluss des deutschen Zollsystems wegfallen würden.
- Der Arabische Händler Bushiri sprach am 22.09.1888 spontan einen Aufstand aus (gegen Ungläubige).
- 1888 Die Deutschen nahmen 7 Küstenstädte - die Soldaten stürmten in Moscheen, um den örtlichen Liwali zu suchen. Dies wurde als Provokation empfunden.
- In Pangani, Minkindani und Lindi flohen die deutschen Administratoren. In Kilwa wurden 20 getötet.
- Die Deutschen setzten eine Blockade der Küste durch und entsandten Söldnertruppen nach Ostafrika (Hermann von Wissmann) - 600 Sudanesen, 400 Shangaa aus Mozambique.
- Am 08.05.1889 - Lager in Bagamoyo erstürmt - Bushiri konnte fliehen, jedoch am 07.12.1889 gefangen genommen. Am 15.12.1889 wurde Bushiri öffentlich gehängt.
- Bwana Heri wurde am 03.03.1890 in seinem Lager umzingelt. Es gelang ihm die Flucht. Anfang April stellte er sich selbst den Deutschen.
- Im Mai 1890 wurden Kilwa Kivinje, Lindi und Mikindani eingenommen. Kilwa wurde aus Rache für den Tod der deutschen Administratoren 3 Tage lang bombardiert.
- 1888 Vita vya Wadachi - der erste größer organisierte Widerstand gegen die deutschen Kolonisatoren. Deutsche nannten dies Araberaufstand - zur Legitimation eines angeblichen Kampfes gegen arabische Sklavenhändler.
- Yao-Herrscher Machemba - „part Spartacus and part slave raider“ weigerte sich 1890 Steuer zu zahlen und die deutsche Herrschaft anzuerkennen. „Ich finde keinen Grund“. 1899 floh Machemba nach Mosambique.
- 1891-1897 wurde Widerstand von den Mbunga geleistet (Hassan Omari und Makunganya). 1894 griff er mehrmals Kilwa an.
- Boma-Massaker: Ngoni-Führer wurden gefangen genommen.
- Chagga-Führer Marealle: „The most brilliant of all the chiefs who manipulated the Germans.“
- Kahigi, Haya-Führer
- Mkwawa -
Zelewski, der “trouble maker” von Pangani, war nach Wißmanns Abberufung neuer Kommandeur der Schutztruppe geworden. Er zog mit 13 Europäern, 320 Askaris und 170 Trägern nach Uhehe. Auf dem Weg wurden Dörfer verbrannt und die Bewohner verfolgt. Mkwawa befahl den Angriff auf die deutsche Truppe. Am Morgen des 17.08.1891 überlebten auf deutscher Seite nur 3 Europäer, 64 Askari und 74 Träger. Die Hehe-Streitmacht erlitt 200 Tote. Hauptmann Tom von Prince wurde nach Uhehe geschickt. Kalenga wurde erstürmt, doch Mkwawa konnte fliehen. Er führte 7 Jahre lang bis zu seinem Tod am 19.07. 1898 einen Guerilla-Krieg.
- „Kürbiskrieg“ - Oktober bis November 1897 - 51 Matumbi starben
- 12 weiße Offiziere, 50 Unteroffiziere und 1562 farbige Soldaten nach Norden zum Kilimanjaro-Gebiet. Das Lager des Chagga-Häuptlings Sinna wurde erstürmt. Sinna und andere Häuptlinge ergaben sich.
- Häuptling Fusi (Songea) beging im Februar 1901 Selbstmord, da er weder Steuern bezahlen noch Arbeitskräfte stellen wollte.
Phase der Konsolidierung, um Profite zu erwirtschaften. Druck auf Tansanier wurde erhöht, Eingriffe in ihr Leben wurden radikaler.
- Das Verlangen, sich der immer stärker spürbaren Fremdherrschaft zu entledigen wuchs. Den Ausweg dazu verhieß der Maji-Maji-Krieg