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Gedenkveranstaltung zum 100. Jahrestags des Maji-Maji-Krieges mit den Bagamoyo Players (Tanzania) mit ihrem Stück „Zauberwasser gegen Gewehrkugeln“
Das Tanzania-Network.de e.V. organisiert am Volkstrauertag, an dem wir uns an alle Opfer von Kriegen erinnern, eine Gedenkveranstaltung anlässlich des Maji-Maji-Krie-ges, welcher 1905 im damaligen Deutsch-Ostafrika, im heutigen Tanzania, begann. Die Veranstaltung wird von einem breiten Bündnis getragen.
Die Gedenkveranstaltung findet am Sonntag, den 13. November 2005 um 14.00 Uhr in der Werkstatt der Kulturen* in Berlin statt.
Wir sehen den Maji-Maji-Krieg (1905-1907) im Kontext der deutschen Kolonialpolitik, die mit der Ausbeutung, Unterdrückung und Entwürdigung der Bevölkerung einher ging. Der Krieg erstreckte sich über fast den gesamten Süden des heutigen Tanzania - ein Gebiet so groß wie Deutschland - und ungefähr zwanzig Volksgruppen. Dieser Kolonialkrieg forderte mehr Opfer als jeder andere: weit mehr als 100.000 Menschen. Grund dafür war die von den Deutschen angewandte Strategie der verbrannten Erde.
Ursachen waren zunehmend repressive Maßnahmen der deutschen Kolonialbehörden, die Baumwollproduktion mittels Zwangsarbeit voranzutreiben suchten, und eine Erhöhung der Steuern. Als Auslöser des Aufstands gilt die Zerstörung eines Baumwollfelds im Gebiet der Matumbi (Kilwa-Bezirk) durch zwei Männer und eine Frau am 20. Juli 1905.
Wir möchten diesen Jahrestag zum Anlass nehmen, um die deutsche Kolonialpolitik in Ostafrika zu the-matisieren und der Opfer dieser kolonialen Herrschaft zu gedenken. Wir möchten eines Prozess der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema in der breiten Öffentlichkeit anstoßen und fordern Bewusstseinsbildung unter der Berücksichtigung der Perspektive der Kolonialisierten, der Entrechteten und Entwürdigten.
Der deutsche Kolonialismus wird öffentlich kaum diskutiert oder gar aufgearbeitet, obwohl hier gravierende Ursachen für noch heute bestehende Ungerech-tigkeiten zwischen Nord und Süd und für den alltäglichen Rassismus in der deutschen Gesellschaft beste-hen.
Wir möchten dieses Thema in die Öffentlichkeit bringen und erwarten von Politik, Wissenschaft und Bildungseinrichtungen, von Zivilgesellschaft und Kirche, dass die Aufarbeitung deutscher Kolonialherrschaft unterstützt und vorangetrieben wird, und die Ergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
* Werkstatt der Kulturen,
Wissmannstraße 32, 12049 Berlin,
Tel 030-609770-16
www.werkstatt-der-kulturen.de
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